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FAQ

Wer hat den Global Challenges Index entwickelt?

Der Global Challenges Index wurde von der BÖAG Börsen AG, der Trägergesellschaft der Wertpapierbörsen in Hamburg und Hannover, initiiert. Gegründet wurde die Börsen AG durch eine Vereinbarung der beiden Börsen im Jahr 1999. Heute zählt die Börsen AG über 170 Kreditinstitute und Wertpapiermakler zu ihren Handelsteilnehmern, darunter auch ausländische Institute. Die vier Segmente (Amtlicher Markt, Geregelter Markt, Start-up Market, Freiverkehr) bieten ein breites Spektrum für institutionelle und private Anleger sowie für Börsengänge von Unternehmen.

Im Auftrag der Börse Hannover hat die oekom research AG das Konzept für den Global Challenges Index entwickelt und das Index-Universum zusammengestellt.

oekom research ist eine unabhängige Nachhaltigkeitsrating-Agentur und auf die Bewertung von Unternehmen und Staaten anhand von sozialen, ökologischen und ethischen Kriterien spezialisiert. oekom research überwacht die im Index gelisteten Unternehmen im Hinblick auf deren nachhaltigkeitsbezogene Performance und potenzielle Verstöße gegen die definierten Ausschlusskriterien.

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat die Börse Hannover bei der technischen Umsetzung des Index-Konzepts unterstützt. Sie ist mit 5.560 Mitarbeitern und einer Konzern-Bilanzsumme von 203,1 Milliarden Euro die führende Geschäftsbank im Norden Deutschlands mit geschäftspolitischer Konzentration auf Nord- und Nordosteuropa. Die Deutsche Börse AG berechnet im Auftrag der Börse Hannover den Index.



Was unterscheidet den Global Challenges Index von anderen Nachhaltigkeitsindizes?

Der Global Challengs Index zeichnet sich vor allem durch folgende Merkmale aus:

  • Thematische Fokussierung:
    Mit der Konzentration auf sieben konkrete Themenfelder (Klimawandel, Trinkwasser, Entwaldung, Biodiversität, Bevölkerungsentwicklung, Armut und Global Governance), die als globale Herausforderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft international anerkannt sind, wird Nachhaltigkeit aus seiner oft beklagten Abstraktion herausgeholt und greifbar gemacht.

  • Nutzung eines absoluten Best-in-Class Prinzips: Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen hohen Standards an ihre soziale und ökologische Performance genügen. Es reicht dabei nicht, relativ gesehen das beste Unternehmen einer Branche zu sein, um in den Index zu kommen. Die Unternehmen müssen auch nach absoluten Maßstäben hohen Standards an die Nachhaltigkeit erfüllen. Dies wird dadurch sichergestellt, dass nur Unternehmen aufgenommen werden, die von oekom research den Status „Prime“ bekommen.

  • Strenge Ausschlusskriterien:
    Über den Ausschluss kontroverser Geschäftsfelder (z. B. Atomenergie, grüne Gentechnik und Rüstung) hinaus werden auch Unternehmen vom Index ausgeschlossen, die mit ihren Geschäftspraktiken gegen anerkannte Standards in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte sowie Corporate Governance verstoßen.

  • Fokus auf aktiv handelnde Unternehmen:
    In den Index werden Unternehmen aufgenommen, die einen aktiven Beitrag zur positiven Veränderung der Risikoszenarien in den sieben Handlungsfeldern leisten und sich dadurch Chancen erarbeiten.



Warum wurden gerade diese sieben Handlungsfelder ausgewählt?

Die Auswahl der sieben Handlungsfelder - Klimawandel, Trinkwasser, Entwaldung, Biodiversität, Bevölkerungsentwicklung, Armut und Global Governance - beruht auf einer umfassenden Analyse von politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielsystemen, die sich mit den weltweiten Herausforderungen der Menschheit und der Rolle der Wirtschaft bei der Bewältigung der Herausforderungen befassen.

Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die Millenium Development Goals der Vereinten Nationen, die Nachhaltigkeitsstrategie der Europäischen Union, der „Global Environmental Outlook“ des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) sowie die zehn Prinzipien des UN Global Compact.

Sieben der als besonders relevant angesehenen Herausforderungen wurden für den Index ausgewählt. Die Einhaltung der Prinzipien des Global Compact wird über die definierten Ausschlusskriterien sichergestellt.



Können Unternehmen einen Beitrag zum Umgang mit den globalen Herausforderungen leisten?

Die Möglichkeiten der Unternehmen, im Rahmen ihres Kerngeschäfts in den einzelnen Handlungsfeldern tätig zu werden, sind unterschiedlich groß. Während die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Unternehmen einen großen Beitrag zum Umgang mit den Ursachen und Folgen des Klimawandels leisten können und sich dadurch Chancen für die Unternehmensentwicklung erarbeiten, sind die unmittelbaren Handlungsmöglichkeiten in anderen Bereichen, insbesondere bei den Themen Armut und Bevölkerungsexplosion, komplexer und weniger offensichtlich.

Gleichwohl zeigt der Index, dass es auch hier bereits richtungweisende Aktivitäten gibt. Beispielhaft hierfür stehen Aktivitäten im Bereich der Armutsbekämpfung. Wenn es darum geht, im Sinne eines Empowerment die Fähigkeit der Menschen zu verbessern, aus eigener Kraft die Armut zu überwinden, sind die Unternehmen mit ihrer Kompetenz und Finanzkraft gefordert, einen aktiven Beitrag zu leisten.

Relevante Handlungsfelder sind beispielsweise Maßnahmen zur Verringerung der Verwundbarkeit (Vulnerabilität) der Menschen (z. B. durch Mikroversicherungen), zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung (z. B. durch fairen Handel oder Mikrokredite) oder die Verbesserung der Bildung und Informationsteilhabe (z. B. durch Überwindung der digital divide).

Insgesamt profitieren diejenigen Unternehmen besonders im Hinblick auf ihre Ertragskraft und damit ihren Unternehmenswert, die den globalen Herausforderungen proaktiv entgegentreten. Zum einen begegnen sie bereits akuten bzw. potenziellen Risiken für den Unternehmenserfolg, zum anderen eröffnen sie sich Chancen für die Unternehmensentwicklung, insbesondere durch:

  • Sicherung der dauerhaften Verfügbarkeit von Ressourcen, z. B. durch eine nachhaltige Forst- und Fischereiwirtschaft,

  • Reduzierung der Marktpreisrisiken, z. B. durch Steigerung der Energieeffizienz und Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen,

  • Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit durch technische Innovationen, z. B. im Bereich der erneuerbaren Energien,

  • Erschließung neuer Märkte, z. B. im Bereich Mikrofinanz,

  • Erhalt und Ausbau der gesellschaftlichen Akzeptanz und Reputation.



Wie werden die Unternehmen für den Global Challenges Index ausgewählt?

Die Auswahl der Unternehmen erfolgt in zwei Schritten:

1. Im Rahmen des oekom Corporate Ratings prüft oekom research die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards durch die Unternehmen. Nur Unternehmen, die den Anforderungen dieses absoluten Best-in-Class Ansatzes genügen und von oekom research den Status „Prime“ bekommen, sind grundsätzlich für den Index qualifiziert.
Zusätzlich werden die Unternehmen im Hinblick auf die Einhaltung der strengen Ausschlusskriterien überprüft.

2. In einem zweiten Schritt identifiziert oekom research diejenigen Unternehmen, die substanzielle Beiträge zur Bewältigung der globalen Herausforderungen leisten und sich dadurch die beschriebenen Chancen eröffnen. Eine finanztechnische Analyse stellt sicher, dass die ausgewählten Unternehmen auch den Mindestanforderungen an die Marktkapitalisierung genügen.

Ein unabhängiger Beirat berät die Börse Hannover und oekom research bei der Entwicklung des Konzepts, bei der Definition der Positiv- und der Ausschlusskriterien sowie bei der Identifikation von geeigneten Titeln.



Welche Ausschlusskriterien werden genutzt?

Bei der Zusammenstellung des Index werden strenge Ausschlusskriterien in drei Bereichen berücksichtigt:

1. Zum einen werden Unternehmen ausgeschlossen, die in Geschäftsfeldern aktiv sind, die als kontraproduktiv für den Umgang mit den globalen Herausforderungen angesehen werden.
Dazu zählen im Einzelnen folgende Geschäftsfelder: Atomenergie, Biozide, Chlorchemie, grüne Gentechnik und Rüstung.

2. Zum anderen werden Unternehmen ausgeschlossen, die durch kontroverses Geschäftsverhalten gegen anerkannte Umwelt- sowie Menschenrechts- und Arbeitsstandards verstoßen. Dazu zählen beispielsweise Verstöße in den Bereichen Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit, Zwangsarbeit, Diskriminierung und Kinderarbeit.

3. Schließlich wird auch das Verhalten der Unternehmen in den Bereichen Corporate Governance und Business Ethics analysiert. Unternehmen mit Verstößen in den Bereichen Korruption und Bilanzfälschung werden nicht in den Index aufgenommen. Diese Ausschlusskriterien decken auch die im UN Global Compact definierten Anforderungen an Unternehmen ab.

Es werden jeweils alle Unternehmen auf die Einhaltung aller Ausschlusskriterien überprüft.



Welche Erfahrung hat oekom research im Bereich des nachhaltigen Investment?

Die oekom research AG ist seit 20 Jahren im Bereich des nachhaltigen Investments tätig und gehört damit zu den Pionieren dieser Anlageform in Europa. Das Unternehmen ist auf die soziale und ökologische Bewertung von Unternehmen und Ländern spezialisiert.

Aufbauend auf dem Frankfurt-Hohenheimer-Leitfaden hat oekom research einen umfassenden Rating-Ansatz zur Bewertung von Unternehmen entwickelt, das „oekom Corporate Rating“.

Mehr als 100 Asset Manager und Asset Owner beziehen das Research der Rating-Agentur regelmäßig in ihre Anlageentscheidungen ein. Die Analysen von oekom research beeinflussen dadurch rund 600 Milliarden Euro Assets under Management.



Was ist der oekom „Prime-Status"?

Im Rahmen des oekom Corporate Ratings bewertet oekom research die sozialen, gesellschaftlichen und ökologischen Leistungen von Unternehmen. Prime-Status erhalten die Unternehmen, die im Rahmen dieses Ratings den von oekom research in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Rating-Komitee definierten Anforderungen genügen. Dabei reicht es nicht aus, relativ gesehen zu den besten Unternehmen einer Branche zu gehören, die Unternehmen müssen auch absolute Standards einhalten. oekom research bezeichnet dies als „absoluten Best-in-Class-Ansatz“.

Da die nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen und unternehmerischen Voraussetzungen sich von Branche zu Branche unterschieden, werden sowohl die Bewertungskriterien wie auch die Standards branchenabhängig definiert. Dies führt dazu, dass in manchen Branchen eine Bewertung C+ ausreicht, um den Prime-Status zu erlangen, während in anderen Branchen ein B zur Aufnahme in das Prime-Universum qualifiziert. Insgesamt reicht die Bewertungsskala von oekom research von A+ bis D-, wobei die Ratingskala wie folgt definiert ist:

A = Das Unternehmen zeigt außergewöhnliche Leistungen
B = Das Unternehmen verhält sich weitgehend progressiv
C = Das Unternehmen hat grundlegende Maßnahmen ergriffen
D = Das Unternehmen zeigt wenig Engagement



Welche Rolle hat der unabhängige Beirat?

Der unabhängige Beirat berät oekom research und die Börse Hannover bei der Entwicklung des Konzepts, bei der Definition der Positiv- und der Ausschlusskriterien sowie bei der Identifikation von geeigneten Titeln. Die Kompetenzen und Aufgaben des Beirats werden in einer Satzung geregelt.
Derzeit gehören folgende Persönlichkeiten dem Beirat an:

Dr. Bernd Balkenhol, ehemaliger Leiter der Abteilung “Social Finance”, IAO/ILO (Genf)

Dr. Bernhard Bauske, Leiter Strategische Unternehmenskooperationen, WWF Deutschland (Frankfurt)

Dr. Wolfgang Gehra, Deutsche Franziskanerprovinz

Walter Hirche, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission

Dr. Rolf Krämer, Vizepräsident der ev.-luth. Landeskirche Hannover (Hannover)

Berenike Wiener, Bundesverband Deutscher Stiftungen (Berlin)